Wissen

Ich versuche, wissenschaftlich verschiedene Perspektiven miteinander zu vereinbaren und sie zu bündeln. Mein leidenschaftliches Interesse gilt der Auslegung neutestamentlicher Texte - sowohl bezogen auf ihre Ursprungssituation in der Spätantike als auch auf ihre gegenwärtige Rezeption. Dabei möchte ich die Faszination vieler dieser Texte, die sie auf mich ausüben, weitergeben an Studierende.

Neutestamentliche Exegese muss dabei integrativ verfahren - sie soll sich auf wahrnehmungs- und erfahrungsbezogene Textdeutungen beziehen, wie sie insbesondere im (Psycho-)Bibliodrama entwickelt worden sind. Dies lässt sich mit der historisch-sozialgeschichtlichen Betrachtungsweise kombinieren, die aufzeigt, vor welchem zeitgenössischen Hintergrund die vorliegenden Textmuster entstehen. Eine doppelte auf “Religion” bezogene Perspektive tritt hinzu: Religionswissenschaftliche Fragehinsichten führen vermutlich erst dann zu einiger Klarheit und exegetischer Relevanz, wenn sie mit eigenständiger und kompetenter religionsphilosophischer Reflexion kombiniert werden. Mein eigener Schwerpunkt liegt hierbei in einer philosophisch reflektierten religionssoziologischen Betrachtungsweise. Für eine derart integrative Sicht von Textauslegung steht bislang vor allem Friedrich Schleiermacher. Philosophisch anregend erscheint mir darüber hinaus Charles Peirce, sowohl was seine Semiotik als auch seine Religionsphilosophie betrifft. Beachtliche Impulse bietet in dieser Hinsicht auch Ludwig Wittgenstein. Niklas Luhmann hat mich religionssoziologisch am meisten inspiriert. Schließlich stehen mir die vorbildlichen exegetischen und hermeneutischen Arbeiten Rudolf Bultmanns vor Augen.

Meine Arbeiten kreisen um diese Themen. Exegetisch habe ich mich mit Paulus, Markus, Johannes und Matthäus, der “Kanons-” und “Gewissens”-Problematik besonders beschäftigt. Methodisch liegen rhetorische und narratologische Studien vor. Bearbeitet wurden schließlich das Metaphern- und Mythos-Problem.

 

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